Solche Spiele mit klaren Verhältnisse (Landesklasse gegen Oberliga) bürgen immer die Gefahr, dass der vermeintlich „kleine“ Gegner unterschätzt wird und die eigentlich stärkere Mannschaft eine böse Überraschung erlebt. Soweit ist es aus FCM-Sicht allerdings nicht gekommen, da die erste Pokalrunde mit einem 5:0 Auswärtssieg erfolgreich gemeistert wurde.

Es sind diese Plattitüden, welche gerne zum ersten Spiel einer neuen Saison von den Verantwortlichen gewählt werden. Niemand weiß genau, wo er aktuell steht und wird dann häufig aus den eigenen Reihen zu dem Besten gewählt. Nach 90 gespielten Minuten lässt sich konstatieren, dass der FCM die längste Reise der Saison ohne Punkte im Gepäck abgeschlossen hat. Dabei war mehr drin und nach der ersten Halbzeit nicht unbedingt damit zu rechnen.

Nach sieben Testspielen hat der FC Mecklenburg Schwerin seine Vorbereitung auf die Oberligasaison 2017/18 abgeschlossen. Am Sonnabend war der Verbandsligist Greifswalder FC zu Gast im Sportpark Lankow. Die Greifswalder streben in dieser Saison nach zwei erfolglosen Versuchen den Aufstieg in die Oberliga an. Der FCM, mit einem stark verjüngten, offensiven Team, konnte sich daher auf ehrgeizige Gegner einstellen.

Die längste Reise der Saison beendete der FC Mecklenburg Schwerin mit einem Auswärtssieg. In der Endabrechnung belegt man damit – das war schon vor dem letzten Spiel klar – Tabellenrang 11. Die Bilanz mit 36 Punkten aus 30 Spielen liest sich für einen Aufsteiger sehr ordentlich. Bitter, dass viele Punkte in den letzten Minuten verspielt wurden.

Bei extremen sommerlichen Temperaturen holen die Schweriner ein starkes Remis. Davor kann man nur den Hut ziehen, denn die Gäste wollten unbedingt Revanche für die Hinspiel-Niederlage nehmen. Vor dem Spiel wurden folgende Spieler verabschiedet:

Vor dem Spiel wären nicht wenige, aufgrund der akuten Personalsorgen, mit einem Punktgewinn zufrieden gewesen. Immerhin sorgte diese eine Punkt dafür, dass der Klassenerhalt nun sicher ist. Dennoch war der Sieg zum Greifen nah, wurde allerdings mit der letzten Aktion im Spiel hergeschenkt.

Es war die höchste, zugleich auch schmerzhafteste Niederlage des FCM seit seinem Bestehen. Schmerzhaft besonders deshalb, weil im gesamten Spielverlauf nicht an die guten Vorstellungen der letzten beiden Spieltage angeknüpft werden konnte. Die Reserve von Hansa war dem FCM in den gesamten 90 Spielminuten klar überlegen, besaß Schnelligkeitsvorteile, gepaart mit Spielwitz und gutem Kombinationsfußball. Dem hatte der FCM nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen.

Die Erleichterung war bei Verantwortlichen, Spielern, Fans, Sponsoren und Freunden des Vereins riesig. Nach einem nicht wirklich ansehnlichen Oberligaspiel behält der FCM, mit 350 Besuchern gut gefüllten Sportpark Lankow, die drei Punkte zu Hause. Damit endete eine Durststrecke von 8 sieglosen Spielen.

Am Ende ließen sich die FCM-Kicker vom mitgereisten Anhang feiern. Das war auch berechtigt, da die Landeshauptstädter sich das Remis mit einer guten, kämpferischen Leistung belohnten.

Trainerlegende Horst Schulz hatte sich für das Derby des FC Mecklenburg Schwerin gegen den Malchower SV 90 mindestens tausend Zuschauer gewünscht. Bei wechselhaftem Aprilwetter fanden 427 Besucher den Weg ins Stadion. Dies liegt zwar deutlich über dem bisherigen Schnitt, aber im großen Lambrechtsgrund wirkten sie doch verloren.