Spielberichte

Aktuelle Spielberichte auf einen Blick

Ein Spiegelbild der Saison

FC Mecklenburg Schwerin spielt nach feststehendem Abstieg gegen Liga-Krösus Rathenow ordentlich mit und verliert dennoch mit 1:2

Das mit der Motivation ist immer so eine Sache. Es gibt so Spiele, da braucht man keinen Extra-Anreiz. Der ist dann wie von selbst da. Gegen den Tabellenführer zum Beispiel. Es gibt aber auch Situationen, da es ist es selbst in einer Partie gegen den ersten der Liga schwer, wirklich jeden Schritt auf dem Rasen mit völliger Überzeugung zu gehen. Zum Beispiel dann, wenn man vor nicht einmal genau drei Tagen abgestiegen ist.

Nachdem der FC Mecklenburg Schwerin am Donnerstagabend mit 0:1 beim FC Anker Wismar unterlag, stand der Gang von der Oberliga und die Verbandsliga endgültig fest. Sich darüber ärgern und auch ein wenig trauern durften die Schweriner aber nur kurz, denn bereits gestern Nachmittag war der FCM gegen Spitzenreiter Optik Rathenow schon wieder gefragt. Für den FCM war es das vierte Spiel in acht Tagen - und auch die vierte Niederlage in acht Tagen. Schwerin unterlag mit 1:2 und sah nach Spielschluss die Brandenburger über den nur noch theoretisch nicht mehr möglichen Regionalliga-Aufstieg jubeln. „Für mich persönlich war es nach dem Donnerstag echt schwer, mich zu motivieren. Ich war echt traurig, gleich im ersten Jahr bei den Männern abzusteigen. Im Jahr davor bin ich mit den A-Junioren ja auch schon aus der Regionalliga abgestiegen. Das uns der Antrieb fehlte, hat man schon in der Erwärmung gemerkt. Da war kein Feuer drin“, erklärte Verteidiger Jannik Zotke.

Mit Anpfiff wurde es dann beim 18-Jährigen sowie der gesamten Mannschaft des FC Mecklenburg aber besser. Schwerin biss sich in die Partie und hatte im ersten Durchgang zweimal die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Allerdings fanden Roger Henschkes Schuss aus spitzem Winkel sowie Christopher Kaminskis Versuch aus 16 Metern nicht den Weg ins Rathenower Tor (31./37.). Schwerins Torwart Max Böttcher musste vorher nur einmal sein Können zeigen und entschärfte einen Kopfball (18.).

Und dann passierte das, was so oft in dieser Saison beim FCM passierte. Ein Fehler machte die ordentliche erste Hälfte zunichte. Verteidiger Zotke ging im Strafraum etwas ungestüm zur Sache und verursachte einen Elfmeter, den Rathenow zum 1:0 verwandelte (44.). „Wir haben die Riesenchance auf das 1:0, kriegen stattdessen aber das Gegentor durch den Elfmeter und dann ist wie in der gesamten Saison, dass wir in den letzten Minuten vor der Halbzeit auseinanderfallen“, ärgerte sich Zotke dann auch über das 2:0 noch vor der Pause.

Die Schweriner hätten sich im zweiten Durchgang dann auch völlig auseinander nehmen lassen können, der Abstieg stand ja fest. Aber wie das so ist mit der Motivation – ein letztes ordentlich Heimspiel wollten die elf FCM-Akteure auf dem Platz dennoch abliefern. Und das taten sie auch. So hätte Tino Witkowski die Hausherren nach 74 Minuten auf 1:2 heranbringen können, hämmerte den Ball aber frei vor Rathenows Torwart über den Kasten. Karim Barka Hemgard machte es nur fünf Minuten später aus ähnlicher Position besser und schob ebenfalls freistehend zum verdienten 1:2-Anschluss ein. Ein weiteres Tor – Rathenow traf noch einmal den Innenpfosten – fiel dann beim offenen Schlagabtausch in den Schlussminuten allerdings nicht mehr.

Für den FCM war das 1:2 im 31. Spiel die 20. Saisonniederlage. 1:2 gegen den Spitzenreiter. Eigentlich nicht schlecht. Ob das für eine letzte Motivationsspritze nächsten Sonntag in Torgelow reicht, wird sich zeigen müssen. Mit der Motivation ist das ja immer so eine Sache...


FCM: Böttcher – Harada, Zotke, Gorkow (51. Leu), Gilnics, Kaminski (90. Reuter), Cygankov, Witkowski, Henschke (62. Sato), Hemgard, Orth


Autor: Hagen Bischoff/SVZ

Foto: Danilo Thienelt